Projektarbeit in der Heilerziehungspflege
Gemeinsam planen, erleben und wachsen – aus Bildung wird Begegnung:
Unter diesem Motto stehen die Projektarbeiten der angehenden Schülerinnen und Schüler der „neuen“ Schule für Heilerziehungspflege am Berufsschulzentrum in Mühldorf am Inn.
Die Projektarbeit ist ein fester Bestandteil der Ausbildung im 2. Lehrjahr und verbindet alle bis dahin erworbenen Kompetenzen miteinander. Ziel ist es, die theoretischen und praktischen Inhalte zu verknüpfen und Leitprinzipien der Heilerziehungspflege, wie Teilhabe, Inklusion und Empowerment, aktiv umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Menschen mit Beeinträchtigung, sowie ihre Wünsche, Fähigkeiten und ihre Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
In Kleingruppen von drei bis vier Schüler: innen, werden gemeinsam, mit jeweils zwei bis vier Klient: innen, individuelle Projekte geplant, organisiert und durchgeführt. Hierbei übernehmen die Auszubildenden die gesamte Vorbereitung – von der Ideenfindung über die Organisation bis hin zur Durchführung und Reflexion. Die Projektarbeit ermöglicht nicht nur wertvolle Erfahrungen für alle Beteiligten, sondern zeigt auch nach außen, wie vielseitig, kreativ und verantwortungsvoll der Beruf der Heilerziehungspflege ist.
Im Ausbildungsjahr 2024/2025 wurden bereits die ersten wunderbaren Projekte und Erinnerungen geschaffen:
Kreativität & Genuss
Das Projekt startet mit einem harmonischen und künstlerischen Aufenthalt, beim Keramikbemalen in Burghausen. Hier konnten die Teilnehmenden ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es gab viele Auswahlmöglichkeiten an Tonfiguren, diverse gestalterische Methoden konnten ausprobiert werden und es wurde einfach das Beisammensein und der Moment im Hier und Jetzt genossen. Beim anschließenden Restaurantbesuch wurden unterschiedliche Leckereien verzehrt und ein kleiner, gemütlicher Spaziergang über den Marktplatz, haben dieses Projekt abgeschlossen.
Höhenflug
Dieses Projekt zeichnete sich durch einen erlebnispädagogischen Ausflug zum Waldwipfelweg (St. Elmar) aus. Das Augenmerk lag hier darauf, Personen mit geschlossener Unterbringung, einen Ausflug mit Spaß und Abwechslung zu ermöglichen. Durch gemeinsame Spiele, Aufgaben und Herausforderungen, konnten die Teilnehmer: innen als Team wachsen und Lösungsstrategien entwickeln. Ein abschließendes kleines Fotoshooting, gab jeder Person die Möglichkeit, sich selbstbestimmt in Szene zu setzen.
Chiemseerallye
Dieses Projekt startete mit voller Kraft voraus, und zwar mit einer Schifffahrt zum idyllischen Chiemsee. Dort angekommen, erwarteten die teilnehmenden Personen, diverse selbst gestaltete Spiele und Aufgaben, wie ein „Chiemsee-Bingo“, kreatives Steinebemalen und eine Schnitzeljagd. Als Preis gab es eine Urkunde und ein vorab gestaltetes Geschenketütchen, befüllt mit Erinnerungen aus dem Klosterladen. Überreicht wurden sie nach einer privaten Klosterführung. Bei einem gemeinsamen Zusammensitzen am Ufer, wurden noch Postkarten als Andenken verfasst und mit der anschließenden Schifffahrt nach Hause, gelang ein harmonischer Ausklang dieses Naturtags.
Das Ausbildungsjahr 2025/2026 macht genauso eindrucksvoll und abwechslungsreich weiter:
Grillnachmittag & Fußballspiel beim TSV Buchbach
Ein gemütlicher Grillnachmittag im Garten der Wohngemeinschaften Ramsau, bildete den Auftakt dieses Projekts. Hier wurde gemeinsam dekoriert und die Tische eingedeckt, sowie zubereitet und angerichtet, doch am schönsten war natürlich das gemeinsame Schlemmen. Gut gestärkt ging es anschließend weiter zum Fußballspiel des TSV Buchbach. Dank der großzügigen Unterstützung des Vereins, konnten alle Eintrittskarten kostenlos zur Verfügung gestellt werden – hierfür gilt ein herzliches Dankeschön dem TSV Buchbach. Direkt am Spielfeldrand verfolgten die Teilnehmenden ein spannendes Spiel, das der TSV mit 6:3 für sich entschied. Den Abschluss und eine tolle Erinnerung, bildete das gemeinsame Gruppenfoto mit den Spielern, nach dem Schlusspfiff.
Pferdehof „Schönfleck“
Die Überschrift war hier definitiv Programm, denn bei dem Ausflug zum Pferdehof „Schönfleck“, verbrachten die Teilnehmenden einen erfahrungsreichen Tag, an einem wirklich schönen Fleck Erde. Die Klientinnen und Klienten konnten die Pferde hautnah erleben – sie putzen, füttern, streicheln und mit ihnen in Kontakt treten. Im hofeigenen Atelier wurde anschließend gemeinsam die Mittagszeit verbracht und mit Farben, Papier und viel Kreativität und Freude gestaltet. Den gelungenen Abschluss bildete eine entspannte Yogastunde, bei der Körper und Geist zur Ruhe kommen konnten.
Italienischer Abend
Bei diesem Projekt standen die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernahmen jede einzelne Aufgabe – von der aller ersten Planung, bis hin zum Verspeisen von italienischen Köstlichkeiten. Gemeinsam wurden zunächst Essenswünsche gesammelt und Entscheidungen fair getroffen. Es wurden individuelle Einkaufslisten erstellt und der Einkauf geplant, sowie durchgeführt. Anschließend bereiteten die Teilnehmenden, in speziell eingeteilten Untergruppen, jeweils einen bestimmten italienischen Gang mit Leckereien zu. Am Ende wurden alle angefertigten Speisen zusammengetragen und das italienische 3 Gänge Menü genossen. Passende Dekoration, mediterrane Musik und ein liebevoll gestaltetes Ambiente machten den Abend zu einer besonderen Erfahrung.
Natur-Pur im Wildpark Oberreith
„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!“
Unter diesem Motto machte sich die Projektgruppe, trotz Regen, bestens ausgestattet mit Regenmänteln, Schirmen und Ponchos gewappnet, auf den Weg in den Wildpark Oberreith. Es wurden gemeinsam alle Tiere gesucht und erforscht, beobachtet, gefüttert und gestreichelt. Danach folgte ein leckeres Mittagessen und anschließend wurden Schlüsselanhänger gestaltet, mit dem jeweiligen Lieblingstier, als Erinnerung. Die Klientinnen und Klienten konnten jeweils ihre eigenen Fähigkeiten einbringen und Gemeinschaft erleben. Die ausgelassene und harmonische Stimmung überschien jede Regenwolke und dieses gemeinsame Erlebnis ließ sich durch nichts trüben.
…………….. definitiv mehr als „nur“ ein Schulprojekt
Die Projektarbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Aufgaben in der Heilerziehungspflege sind. Sie verbindet Organisation, pädagogisches Handeln, Kreativität und Teamarbeit mit echter Begegnung und gelebter Inklusion. Für die Auszubildenden bietet sie die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Menschen auf ihrem individuellen Lebensweg zu begleiten.
Wer Freude am Umgang mit Menschen hat und einen Beruf mit Herz sucht, findet in der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bzw. zur Heilerziehungspflegerin ein vielseitiges und zukunftssicheres Berufsfeld. Die Projektarbeiten machen jedes Jahr aufs Neue sichtbar, wie wertvoll gemeinsames Lernen, gegenseitige Wertschätzung und gelebte Teilhabe sein können.
Wir freuen uns auf alle künftigen Bewerberinnen und Bewerber und sind schon sehr gespannt, welche unvergesslichen Projekte sie ins Leben rufen werden!